Wenn dem Axel Springerverlag die Felle wegschwimmen – Im Land der Dichter und Denker

Ja, es ist nicht sonderlich schön für unsere Verlagshäuser – die Abonnementzahlen schwinden. Und wer ist daran Schuld? Dieses verfluchte Internet, mit diesem Schmarotzergesockse welches alles umsonst, ehrlich und sofort haben will. Bah! Aber noch will man sich nicht geschlagen geben, noch haben die Verlage die Macht die Leserschaft davon zu überzeugen, daß das Internet böse und schlecht ist. Wirklich?

Wenn man seinen Verstand einschaltet, mal zwischen den Zeilen liest, erkennt man den Hass, die Verzweiflung und pure Angst. Es geht um Arbeitsplätze, es geht um Geld – hey, dafür habe ich wirklich Verständnis. Aber ganz ehrlich, Polaroid wünschte sich die Digitale Fotographie auch irgendwo in einen Sternennebel, fern unserer Galaxie.

Schauen wir uns mal diesen Artikel, zu dem mir freundlicherweise der Parkrocker den Link schickte, von DieWeltOnline an.

Es geht in diesem Artikel um Herrn Assange von Wikileaks. Kommt man am Ende des Artikels an, kratzt man sich am Kopf und fragt sich: „Moment, da stimmt doch was nicht?” und man behält Recht. Man kann von Wikileaks halten was man mag. Assange hat sich, in Begleitung zweier Anwälte, selbst gestellt. Davon lese ich aber in dem Artikel nichts. Wohl damit Assange im Auge des Lesers schlechter dasteht. Diese Intention, dem Leser begreiflich zu machen, dass Assange, und später auch im Text Wikipedia, Wikileaks, ja sogar das Internet ist schlecht, erkennt man auch an der Wortwahl.

Ob man der Redaktion vielleicht mal ein paar Förmchen für ihren Sandkasten schicken sollte?
Oder besser, eine Zwangsjacke, das sind ja fast paranoide Zustände, die man erkennen kann.

„Hilfs und Ahnungslos waren wir Journalisten, wie auch die Politik und haben dem Bösen beim unverantwortlichen Treiben zugesehen” – für den genauen Wortlaut, bitte den Artikel besuchen.

Und:
„So sehen die Leute es als Zensur an, wenn man gegen Kinderpornografie vorgeht. Diese Leute, die meinen, alles ist möglich und alles umsonst muss es sein.” – für genauen Wortlaut, wieder den Artikel besuchen.

Da kommt einem doch der Kaffee hoch.
Hätten wir gewusst, wie wir das Internet verhindern hätten können, hätten wir es getan! Schliesslich gibt es überall Kinderpornographie, freie Rede, freie Meinungen und unsere verdammte Auflage ist seit diesem scheissding Internet sowas von in den Keller gegangen. Wir brauchen sowas wie die GEMA für Verlage und ich möchte das dickste Stück vom Kuchen, schliesslich haben wir die BILD in unserem Portfolio!

Nur Dumme gehen davon aus, daß man mit dem Zensieren gegen Kinderpornograhie vorgehen könnte. Hier müssen die Hintermänner gefasst und entsprechend verurteilt werden. Wenn wir die Server zensieren, wuchern sie an anderer Stelle hundertfach wieder hoch. Nach Ansicht dieser Irren, sollte man dann wohl eher alles zensieren und dann eine Whitelist mit guten Servern einführen? Die dann auch genau nach dem Gusto der aktuellen Regierung texten? Wäre das genehm?

Der Satz „in der alles möglich und natürlich möglichst auch alles umsonst“ reflektiert so hellgleißend das „verdammt uns fliegt die Auflage seit dem Internet um die Ohren” wieder, dass man nur sagen kann: „Lernt endlich mit dem neuen Medium Euer Geld zu verdienen und haltet die Schnauzen!”
Dieses Geheule, über das böse Internet… Man bekommt zwangsläufig das Bild eines Rentners mit Fleecedecke im Schaukelstuhl in den Kopf, der darüber sinniert, wie viel besser es doch damals war. Ihr, meine Lieben Internetverteufler, solltet lieber nachdenken, anstatt sinnieren und nörgeln. Selbst Innovationen bringen, dann gibt es auch wieder richtige Auflage, die vielleicht etwas anders als in gedruckter Form daherkommt.

Und dann, in den letzten zwei Sätzen wird einem suggeriert, daß Assange gesucht und gefunden wurde. Im geistigen Auge des Lesers, mit viel Action, SEK-Einsatz, umstelltem Unterschlupf.
In Anbetracht des Stellens von Herrn Assange, na ja… Man will eben die Meinung des Lesers färben.

Na ja, Rentner in Fleecedeckchen auf ihrem Schaukelstuhl, wollen eben auchmal was beim BINGO!-Abend von sich geben.

Absolut lesenswert, ist hier auch DerWebarchitekt sein Leserbrief an DieWeltOnline, den man hier findet.

Veröffentlicht von

Hallo, mein Name ist Jeanot und bin der Urheber dieses Blogs. Ich schreibe über Themen die mich bewegen, oder aktuell interessieren. Sicherlich ergeben sich dabei Meinungen die nicht dem Mainstream entsprechen – aber auch nicht müssen. Als Programmierer befasse ich mich mit PHP und Java. Man könnte mich als Geek bezeichnen. Seit dem siebten Lebensjahr (geboren im Januar 1974 in Mainz) habe ich mit Computern und allem was dazugehört zu tun. Zwischenzeitlich lebe ich mit meiner Familie im Spessart.