Surface – Microsoft baut sein Tablet

Und plötzlich war es da… Surface von Microsoft.
Oh, nein… eigentlich ist es dann doch nicht da, denn Surface ist erst verfügbar ab… ja wann denn? Irgendwann eben! Keine Ahnung!

Ist man es nicht, nach so vielen WWDCs von Apple gewohnt, ein fixes Datum zu hören? Ja, inzwischen tönt sogar ein „Available today!” automatisch in den Ohren! Steve Ballmers (pardon, aber es ist wirklich so) grauenvolle Stimme schweigt sich hierüber aus, er vermittelt dem Zuschauer der Keynote nur, daß Microsoft, mehr oder weniger, auf richtigen Zeitpunkt gewartet hat. Dumm nur, daß der richtige Zeitpunkt grade eben, ja jetzt grade, gestern, oder maximal morgen ist.

Das Device, ein Tabletcomputer, wirkt im ersten Moment wirklich schön. Ja, bei mir entwickelte sich sogar ein kurzes „haben will!“ und das, wo ich eigentlich Appleprodukte den Vorzug gebe. Eine Tastatur mit integriertem Trackpad, etwa so wie man es vom Asus Transformer kennt, anklickbar (da hat man sehr, sehr viel bei Apple abgeschaut!) an das eigentliche Device. Gehalten, wie bei Apple, via Magnetismus; Aussehen, ebenso, wie bei Apple.
Jedenfalls macht die Symbiose der Tastatur/Trackpad mit dem Surface auf den ersten Blick neugierig und Lust auf mehr.

Die Lust vergeht allerdings dann, wenn man sich ein wenig genauer die Keynote ansieht.
Erst wird viel über die Hardware gesprochen und man sagt sich: „Hey, das ist doch was!“ und das meine ich durchaus ernst. Microsofts Ergonomic-Tastaturen waren spitzenklasse, die Trackballs, die Mäuse ebenfalls. Kurzum, Microsoft kann schon auf Hardwareebene Qualität abliefern.

Aber als es darum geht zu zeigen, wie sich das Ding schlägt, dann wenn man es berührt und nicht nur über Surface spricht, verkackt es leider auf ganzer Linie in der Präsentation.

Ein gigantisches Interneterlebnis mit dem Internetexplorer soll auf einen warten, so smooth soll der Browser laufen. Das Device wird in die Kamera gehalten und man will zeigen wie toll das Gerät funktioniert. Dummerweise will das Device aber nicht so wie der Nutzer und ich werde urplötzlich an das WePad, das Marketingdesaster, erinnert. Die Präsentation des Interneterlebnis wird jedenfalls nach viermal Wischen mit dem Finger auf dem Browser abgebrochen. Sinnvoller wäre gewesen, es direkt nach dem ersten fruchtlosen Wischen zu lassen, bzw. sich mit dem Device vor Keynotestart genau auseinanderzusetzen um zu wissen, dass man da besser im derzeitigen Alphastadium der Software noch nicht mit dem Finger wischt.

Wenn das Interneterlebnis ausbleibt, soll es das Filmerlebnis eben retten.
Na, führen wir das Ding doch einfach mal vor… was aber auch nicht klappt. Nach einem „UPS!”, wilden Rumgetippe auf dem Screen wird schnell ein anderes Device vom Tisch geholt, um dann den eingeübten Text an vorhergehender Stelle erneut zu beginnen.

Mit dem neuen Device in der Hand wird Netflix gezeigt. Es wird davon geredet, wie toll man auf Surface Filme konsumieren kann… Wie klasse das Ding, vom stationären Computer, auf das Device Videos streamed und was sieht man? EIN STANDBILD!

Also Bitte liebe Micorsoftler, was habt Ihr Euch da denn gedacht? Wie man Massen bewegt, wie man eine Keynote aufzubauen hat sieht man bei Apple. Selbst wenn Ihr es nicht so wie Apple machen wollt (was aber, wie man sehen kann, versucht wird), dann zumindest mit Geräten, die funktionieren. Und wenn der Krempel nicht funktioniert, dann führt den Mist nicht vor, oder macht es wie das WePad und zeigt eben nur ein Filmchen!

Wie kann man solche Chancen nur verspielen? Die Präsentation des Devices ging so dermassen in die Hose, es tut mir ja wirklich schon für Microsoft leid. Wo ist das Avaiable today? Okay, in so einem Softwarestadium es rauszuhauen wäre negativ, aber dann zeigt man sowas eben auch einfach nicht! Ich würde mir eine Alternative zum iPad durchaus wünschen – nein, Android ist es noch immer nicht.

Nun, wie dem auch sei. Ich bin gespannt! Gespannt, wie sich das Device schlägt, wenn es aus dieser Alpha-Phase herausgekommen ist. Es kann durchaus das Traumdevice sein, ordentlich verarbeitet, schnell, agil, flexibel hätte es durchaus Chancen, der erste wirkliche iPad-Konkurrent zu werden.

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Hallo, mein Name ist Jeanot und bin der Urheber dieses Blogs. Ich schreibe über Themen die mich bewegen, oder aktuell interessieren. Sicherlich ergeben sich dabei Meinungen die nicht dem Mainstream entsprechen – aber auch nicht müssen. Als Programmierer befasse ich mich mit PHP und Java. Man könnte mich als Geek bezeichnen. Seit dem siebten Lebensjahr (geboren im Januar 1974 in Mainz) habe ich mit Computern und allem was dazugehört zu tun. Zwischenzeitlich lebe ich mit meiner Familie im Spessart.

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