Es war einmal…. Anschließen, einschalten, loslegen. Die Qualitätsprobleme bei Apple.

Viele Geschichten beginnen mit den Worten „Es war einmal“, es sind nur Märchen und es ist auch gut, dass es nur Märchen sind. Heute fangen wir dennoch mit diesen Worten an, und das, obwohl es sich nicht um ein Märchen handelt, sondern um bittere Realität.

Es war einmal… das Anschließen, Einschalten und Loslegen der Applegeräte. Früher konnte man Nicht-Appleusern durchaus unter die Nase halten, dass man einfach seinen Mac aus der Verpackung nimmt, einschaltet und zu arbeiten beginnt. Heute ist damit nach den nötigen Sicherheitsupdates, die das Betriebssystem auf die neuste Version hieven, oft Schluss. Da fragt sich der Nutzer wieso der neue, elegante Macbook Air keine Verbindung zum drahtlosen Netzwerk erhält. Sollte doch alles out of the Box funktionieren?

Tat es! Zumindest bis man das Update machte, dann nämlich hat man sich den schon länger existierenden Bug eines Updates eingefangen der alles nur verschlimmert. Der Mac hat fortan, nach dem Zuklappen, oder Neubooten, aber auch einfach mal so, aus Spaß an der Freude, Probleme damit eine Verbindung zum WLAN herzustellen bzw. diese zu behalten. Mal funktioniert die Verbindung, mal verliert er sie nach wenigen Sekunden wieder, oder – wenn es gut läuft – der Rechner bekommt nach langen Minuten eine Verbindung und hält diese über Tage stabil. Kann man mit so etwas arbeiten? Bedingt! Und die Galle steigt einem regelmässig nach oben. Kann man bei Nicht-Appleusern noch von „Funktioniert out of the Box“ reden?

Aber es sind nicht nur die Macs mit OS X betroffen, auch die Cashcows von Apple, iPhone und iPad, welche Apple zum profitabelsten Unternehmen der aktuellen Wirtschaftsgesichte macht, sind von Qualitätsmängel betroffen.

Direkt nach dem Update des aktuellen Modells der iPhone-Serie, dem iPhone 6, verliert dieses (wer hätte es gedacht?) den Zugriff zum WLAN. Erst das Entfernen des Netzwerkes und neu hinzufügen verhilft zur Verbindung zur Außenwelt via WLAN. Na ja, dafür sieht das iPhone doch toll aus! Zwar verrutscht die Kamera im Gehäuse, das Glas löst sich und bei jedem Touch kommt es zu einem hörbaren und ungewollten Klick – ein paar der bekannten Fehler in einem Satz und man kann noch ein paar Sätze so weitermachen – aber das iPhone sieht doch gut aus!

Auch das „Wir erlauben unseren Nutzern nur x Tage den Downgrade auf ein altes Betriebssystem“ unter iOS ist genau betrachtet schmerzhaft.
Wenn der Nutzer, drücken wir es mal wie ein Programmierer aus, nach x+n-Tagen (also einen Tag nachdem die Rückkehr zum vorhergehenden Betriebssystem erlaubt war) erkennt, dass sein iPad-Mini mit der neuen Software so schnell ist, wie ein Commodore C64 beim Bitcoinminen, gibt es auf natürlichem, offiziellen Wege keine Möglichkeit mehr zur alten, aber performeranten Version zu kommen. Kurzum, das Gerät bleibt so zäh. Aber, ist das nicht ein guter Tag, um den Kauf eines neuen Gerätes aus dem Hause Apple in Erwägung zu ziehen?

Apple spricht gerne von Nachhaltigkeit. Nachhaltig ist es, ein Gerät, welches eigentlich aufgrund seiner Leistungsfähigkeit zum Bäumeausreissen taugt, weiter zu nutzen. Zum Beispiel ist ein Tablet, welches nicht mehr leistungsfähig genug ist als Spielkonsole zu dienen, durchaus ausreichend um seine Fernsehserien zu konsumieren, oder als eBook-Reader fortan sein Dasein zu fristen. Den Gedanken wirft man aber so schnell in die Ecke wie das Tablet, wenn alleine die Anzeige der Tastatur nach Update auf die neue Betriebssystemversion 5 Sekunden in Anspruch nimmt, oder – noch schlimmer – dank neuen Bugs das Gerät, in diesem Fall das iPad der ersten Generation, bei einer Anzeige einer Webseite kurzerhand den Browser beendet.

Wie gesagt, Apple hat den größten Gewinn der Wirtschaftsgeschichte gemacht. Das heißt allen Applebashern zum Trotz, dass Apple vieles richtig macht. Aber Apple sollte sich auch daran erinnern, wie schnell sich das Blatt wenden kann (schließlich waren sie schonmal um ein Haar vor dem Untergehen) und wieder mehr in die Qualitätssicherung (das iPhone6 ist ein wahres Desaster!) investieren. Microsoft nämlich macht momentan sehr vieles, sehr richtig und gräbt die Poweruser an der Basis mit ordentlichen Produkten zu guten Preisen und vorbildlicher Integration ab.

Office von Microsoft steht bei Apple Pages gegenüber. Pages, eine Software die im Laufe der Zeit immer mehr kastriert und weniger nutzbar wurde.

Ich war noch nie ein Fanboy irgendeiner Marke, früher nutze ich OS/2, heute OSX, dazwischen Windows und Linux. Es gibt nur eines, was mich bei einem Wechsel zu einem anderen Betriebssystem ärgern würde, der Verlust von viel gekaufter, ehrlich erworbener Software und den bekannten Workflow. Aber hey, wenn die Leute aus Cupertino so weitermachen. Ich will Arbeiten und nicht mich über Qualitätsprobleme ärgern, wie der Kram aussieht ist letztendlich unwichtig.

Veröffentlicht von

Hallo, mein Name ist Jeanot und bin der Urheber dieses Blogs. Ich schreibe über Themen die mich bewegen, oder aktuell interessieren. Sicherlich ergeben sich dabei Meinungen die nicht dem Mainstream entsprechen – aber auch nicht müssen. Als Programmierer befasse ich mich mit PHP und Java. Man könnte mich als Geek bezeichnen. Seit dem siebten Lebensjahr (geboren im Januar 1974 in Mainz) habe ich mit Computern und allem was dazugehört zu tun. Zwischenzeitlich lebe ich mit meiner Familie im Spessart.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.