Am 08.11.2010 belegte mein Blog, mit einem Beitrag, den zweiten Platz in einem Gewinnspiel – Ihr erinnert Euch?
Ich gewann ein AppleTV der zweiten Generation. Selbst würde ich mir dieses Ding nie kaufen, weil ich kaum, bis gar nicht mehr mich an den Fernseher begebe.
Die Freude, die ich (man muss leider das Wort “damals” nutzen) damals empfand, ist dem Geschmack der Galle, die einem bei dem Ganzen hochkommt, gewichen. Selten habe ich so viel Dreistigkeit, Unverschämtheit, Lügerei und Ignoranz erleben können, wie in diesem Fall.
Man muss sich vor Augen halten, es gingen nun geschlagene vier Monate ins Land und ich war bis Dato immer freundlich und zu Kompromissen bereit. Das hat sich nun geändert!
Wäre mir ***** nicht so sympathisch gewesen, wäre ich schon lange beim Anwalt meines Vertrauens, um über dem rechtlichen Weg diesen Gewinn einzuklagen. Denn, auch wenn in jedem dümmlichen Gewinnspiel der Passus “der Rechtsweg ist ausgeschlossen” steht, so kann niemand geltende Gesetze ausschliessen. Solltet Ihr also einmal etwas gewinnen, dann steht Euch dieser Gewinn auch zu. Der Weg zum Anwalt, den ich wohl nun gehen darf, wird die Sache für den Guten aber nun noch teurer machen.
Aber erzählen wir doch die ganze Geschichte.
Startet man ein Unternehmen, ist es sinnvoll, über gewisse Wege eine höhere Linkdichte (gut für die Position bei Google) für die eigene Webpräsenz zu erreichen. Ein Gewinnspiel ist ein probates Mittel um dieses Ziel zu erreichen. Das dachte sich wohl auch ******, der Inhaber des veranstaltenden Unternehmens *******.
Die Leute sollten einen Text zu einem bestimmtem Thema verfassen und dabei auf sein Blog, respektive auf seine Firmenwebseite verlinken. Daraus resultiert, dass am Ende einige Links, themenrelevant, auf seine Webseite verweisen. Am Ende des Gewinnspiels, schaute sich eine Jury die Blogbeiträge an und stimmte ab, wer wohl der Beste, bzw. der beste Beitrag sei. So kam heraus, daß meine Wenigkeit den zweiten Platz belegt und das Apple TV gewinnt.
Besagtes Apple TV war eine Stiftung eines anderen Unternehmen und ich sollte mich an den Herrn wenden, zu dem das Unternehmen gehört. Also übersendete ich meine Adresse und bekam zu hören, daß es Lieferschwierigkeiten gäbe und die Geräte von Apple nach und nach eintrudeln würden. Als dann nach längerer Wartezeit, es war der 4. Dezember, kein Bote mir ein Apple TV überreichte, sprach ich via Skype den Herrn, der das Apple TV stiftete, an einem Samstag an. Ich bekam ein: “Wochenende? Da will ich nichts von der Arbeit hören!” zu lesen. Durchaus legitim, dennoch lies ich es mir nicht nehmen, nochmals zu sagen, dass da etwas ist, was noch nicht versendet ist. Wieder bekam ich die Ausrede von Lieferschwierigkeiten zu hören.
Einige Tage später hatte der gute Mann mehrere Apple MacBook zu verkaufen und so sprach er mich darauf an, ob ich nicht eines davon kaufen möchte. Ich war ein wenig verwundert, denn jemandem, der mir etwas schuldet, dem werfe ich nicht noch Geld in den Rachen, damit ich am Ende dann gleich zwei Sachen hinterherlaufen darf. Das Gespräch gipfelte dann darin, dass mir eine überzogene Erwartungshaltung vorgeworfen wurde. Überzogene Erwartungshaltung, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Wo ist denn bitte etwas überzogen, wenn man seinen Gewinn einfordert, vor allen Dingen nach so einer langen Wartezeit, die kaum ein anderer über sich ergehen hätte lassen? Ich bat sogar an, mir einfach den Einkaufspreis für das Apple TV zu überweisen. So wären Lieferschwierigkeiten kein Argument mehr. Mir wurde gesagt, dass ich mich an den Initiator des Gewinnspiels zu wenden hätte und man auch keine Preise verlost, die man nicht hat. Kurz, eine richtig üble Nummer.
Ich hatte nicht grade die Zeit und die Lust mich darum zu kümmern, aber auf das Apple TV mochte ich dann doch nicht verzichten. Mein Ansprechpartner ist und war die Stelle, bei der ich das Gerät gewonnen habe, also schrieb ich am 26. Dezember eine eMail, daß sich ****** mal etwas einfallen lassen muss. Wieder bat ich eine Auszahlung an.
Dann, am 24. Januar setzte ich eine Frist, daraus resultierend, wollte ***** dem Stifter eine Frist setzen. Na ja… Am 7 Februar dann… erneut eine Frist, diese verstrich und nun, am 21. Februar, nachdem ich erneut auf die Füsse tappte (treten kann man das ja nicht nennen), bat er mir an, sein eigenes Apple TV einzutüten, oder bis März zu warten, damit er ein neues kaufen kann um es mir zu senden. Ich erklärte mich bereit sein eigenes AppleTV zu nehmen, weil ich diesen Schwachsinn endlich vom Tisch haben wollte.
Sein Text:
26.02. Ich verpacke das Apple TV am Wochenende, nächste Woche bekommst Du es zugeschickt.
03.03. Ich habe EBEN GRADE (ungelogen) daran gedacht, das Apple TV einzupacken. Mach ich eben mal.
04.03. Habs immer noch nicht geschafft. Montag kann ich es versenden, vielleicht Morgen.
Am 11.03 schreib ich ihm, keine Antwort, 14.03 schreib ich ihm erneut, wieder keine Antwort. Bei Twitter und Facebook kann man lesen, dass er ein überdurchschnittliches Einkommen hat, dass er sich einen Badminton oder Squash-Krempel kauft und schön mit seiner neuen Flamme essen geht. Da sitzt man dann hier und schüttelt nur mit dem Kopf.
Wenn ich nächste Woche die Zeit finde, werde ich zum Anwalt gehen und den Kram nun endlich über dem Rechtsweg einklagen. Die ganze Sache zeigt mir aber wieder, egal wie sympathisch jemand einem ist, er ist nur ein Mensch und die sind eben verlogene Nasen. Ich wollte einem jungen Menschen, der grade dabei ist, sein Leben auf die eigenen Füsse zu stellen, keine Steine in den Weg werfen, das macht unsere Regierung schon zur Genüge. Nur, verarschen muss ich mich auch nicht lassen.
Gewonnen hätte ich das Apple TV im Nachhinein lieber nicht, denn das was mich das Ding an Zeit kostete, ist ein höherer Verlust als das Ding an Wert besitzt. Es geht hier aber ums Prinzip, ansonsten verlose ich nun auch etwas nur um die Linkdichte eines meiner Projekte zu pushen.
[UPDATE 17.03.2011] Heute kam die Christel von der Post und hatte das AppleTV nun dabei. Die Sache ist für mich gegessen und deswegen habe ich die Unternehmensnennung, sowie den Namen unkenntlich gemacht. Wie schon in den Kommentaren erwähnt, will ich dem jungen Mann nichts Böses, zumal er selbst Opfer einer uneingelösten Versprechung wurde, das hat aber mich als Gewinner eines Preises nicht zu tangieren.