Mac OS X Lion – rauf, runter, rauf, runter

Seit mehreren Tagen schmerzt mein Nacken, ich versuche bewusst das Wort „Steif” zu vermeiden, weil das hier lesende Klientel wohl eher Männer sind. Nun erdreistete sich Apple die neue Version von OS X auf den Markt zu werfen, ein nicht sonderlich günstiger Zeitpunkt für einen derzeit total überarbeiteten, verspannten Nerd wie mich.

Da sitzt man nun, ein wenig aufgeregt, vor dem Rechner. Zahlt via Click und Buy, über die ich auch nicht grade viel Gutes berichten könnte, im Appstore und schaut zu, wie sich der Zeiger des Downloads elend langsam zum Ende weiterbewegt. Eine Million Downloads inzwischen, die Server von Apple werden sich gefreut haben. Was wird wohl nach der Installation passieren? Wird alles funktionieren? Typische Probleme von Nerds, das ist mir durchaus bewusst.

Nun, ich hatte das Glück eine Entwicklerversion vorher testen zu können. Da ich über eine externe Grafikkarte mit einem DisplayLink-Chipsatz verfügte, verabschiedete sich mein Mac nach der Installation des entsprechenden Treibers, in einem unendlichen Bootvorgang. Akzeptabel, schliesslich war der Treiber für die USB-Grafikkarte, wie auch die Version von Lion eine Betarelease. Nur Vollposten erwarten von Betaversionen eine vollkommene Funktionalität.

Da meine Zeit knapp bemessen ist, habe ich mich dann auch nicht weiter mit der Entwickler/Betaversion von Lion aufgehalten und per Time Machine das alte SnowLeopard wieder aufgespielt. In solchen Situationen weiss man die TimeMachine wirklich zu schätzen. Nach ein paar Stunden, konnte ich wieder auf meiner Maschine an meinem Projekt arbeiten.

Vorgestern – es war doch vorgestern? Mein Zeitgefühl ist total im Eimer! – kam nun die Releaseversion von Lion raus und, wer hätte es gedacht, es wurde von mir eilig gekauft. Nicht weil SnowLeopard ein veraltetes Betriebssystem wäre, sondern weil mich die neuen Funktionen des Betriebssystems interessieren. Genau genommen die Serverversion interessiert mich primär, die für iOS-Devices (wovon wir ja inzwischen mehrere haben) interessante Syncronisationsfeatures bietet. Das Abgleichen der Termine, WebDAV für das iPad, Pushfunktion und soweiter…

Mit Freude vernahm ich, dass die Jungs und Mädels von DisplayLink auch nicht untätig gewesen waren. Eine neue Betaversion des Treibers fand den Weg auf den Rechner, welche die Darstellung auf dem externen, mit USB verbundenen Displays wunderbar übernahm.

Ich spielte ein wenig mit Lion, wollte dann eine Datei, wie gewohnt, per Drag und Drop verschieben und… Die Datei klebte wie ein zurückgelassener Kaugummi am Schuh des Passanten, am Mauszeiger. Ich konnte schütteln, rütteln soviel wie ich auch nur wollte, es tat sich gar nichts.

Ich beschloss, alles nochmals neu zu installieren. Wieder das gleiche Spiel. Nun, vielleicht würde es eine Installation, die nicht über ein SnowLeopard geht, besser laufen? Ahhh, funktioniert! Wundervoll! Also, nach und nach Programme nachinstallieren…

In mehreren Foren berichtete ich über das „Datei klebt wie Kaugummi am Schuh“ und bekam nur zu hören, dass der Bug nicht existieren würde, weil bei anderen alles im Lot sei. Interessant, wie Menschen davon ausgehen, sie seien der Nabel der Welt und nur weil bei ihnen…

Letztendlich, hatte ich das Problem immer dann, wenn der DisplayLinktreiber installiert wurde. Ohne mein drittes Display, bringt mir aber auch Lion nichts. Einen Bugreport an DisplayLink wurde von mir geschrieben und das Problem bestätigt. Externe Displays über USB-Grafikkarten vertragen sich momentan nicht mit Lion.

Ein Tag verging, im DisplayLinkforum wurde mir geschrieben, dass das Drag & Drop-Problem, wenn man den Rechner kurz in den Ruhezustand versetzt, verschwinden würde. Nachdem ich nun 4 mal (oder mehr) eine Neuinstallation gemacht habe (sicher, das wäre auch einfacher gegangen, mit einem parallelen SnowLeopard) kam nun der 5 (oder mehr) Install von Lion und der Test, ob der Ruhezustand das Problem löst…

Tja, funktioniert! Drag und Drop geht, mein Nacken schmerzt noch immer und Zeit habe ich nun noch weniger!

Alles in Allem wirkt Lion aber m.E.n. sehr unausgegoren. Das Launchpad wirkt z.B. nicht grade professionell. Über Spotlight erreicht man schneller die gewünschte Applikation, allerdings muss man – und hier liegt der Kaususknacksus – das neue Zeug nicht umbedingt nutzen, wenn es einem nicht zusagt. Den Weg den Apple hier einschlägt, Dinge von iOS auf den Rechner zu bringen. Na ja! Man kann geteilter Meinung sein.

Das natürliche Scrollen, über das sich die Leute so aufregen, ist einfach auszuschalten und meiner Meinung nach sollte man es auch ausschalten. Es kommt immer mal vor, dass man auf einer Windowsmaschine arbeiten muss und da ist es eben anders. Nur weil Apple etwas für schön empfindet, muss mir das nicht auch so gehen:).

Ich persönlich bin jedenfalls gespannt, wann neue Treiber für die externe Grafikkartenlösung auf den Markt geschmissen werden und hoffe, dass ich nicht heute auch nochmal die TimeMachine anwerfe um zu SnowLeopard zurückzukehren.

Soeben wird mir mitgeteilt, dass der Bug bei Apple zu suchen sei und mit meiner NVIDIA 9400M/9600M GT zusammenhängt.
Es wird also spannender:).

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Hallo, mein Name ist Jeanot und bin der Urheber dieses Blogs. Ich schreibe über Themen die mich bewegen, oder aktuell interessieren. Sicherlich ergeben sich dabei Meinungen die nicht dem Mainstream entsprechen – aber auch nicht müssen. Als Programmierer befasse ich mich mit PHP und Java. Man könnte mich als Geek bezeichnen. Seit dem siebten Lebensjahr (geboren im Januar 1974 in Mainz) habe ich mit Computern und allem was dazugehört zu tun. Zwischenzeitlich lebe ich mit meiner Familie im Spessart.

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