iPhone-Killer

Am 12. Januar 2010 – die Zeit vergeht so schnell – schrieb ich bei AllAboutApple einen Artikel über das Thema „iPhone-Killer”. Das Thema ist meines Erachtens noch immer aktuell und lässt sich inzwischen auch auf das iPad projizieren. Bisher hat es keiner der Mitbewerber von Apple geschafft, ein Device herzustellen, welches eine so hohe Akzeptanz wie die iOS-Devices beim Endkunden erlangt. Dabei sind aber einige Geräte erschienen (z.B. Samsungs Galaxy-Reihe), die wirklich richtig gut sind.

Da das AllAboutApple-Blog eingedampft, vaporisiert, gelöscht, vernichtet wird, hier der damalige Artikel…

Als Gott Eva schuf, sprach er dann stolz zu den versammelten Journalisten:

„Dies ist sie, die Adam-Killerin, Eva One!
Ich schuf sie aus der Rippe Adams.
Sie verfügt, wie Adam, über einen GamePort, der Adam und Eva zusammensteckbar und kompatibel macht.
Bis auf den Gedankenaustausch, unter Anderem bei dem Konsum von Fussball über die Device Fernseher ist Adam und Eva kompatibel. Betatester von Eva berichteten über einen so genannten Schuhtick-Bug, der Eva dazu verleitet ständig unkontrolliert Schuhe zu kaufen. Die dafür verantwortliche fehlerhafte Methode in EVA-OS haben wir noch nicht gefunden, aber in Revision X werden wir das sicherlich beseitigt haben…“?

Den Gedanken könnte man wahrlich bekommen, wenn man derzeit Twitter und so manches unterbelichtetes Käseblatt verfolgt.

Immer wieder greifen mehr oder weniger talentierte Möchtegern-Journalisten das Wort iPhone-Killer auf und zieren damit ihre Überschriften und Texte.

„Ich muss starke Worte in meinen Texten nutzen, damit mein Publikum meinen Text auch lesen mag. Ja, ich bin ein iPhonekiller-Wort-Nutzer!“

Dieser Hang zu dem starken, ja Superlativ iPhonekiller geht sogar soweit, dass jemand schreibt:
„Warum das Nexus One der iPhonekiller ist…“ und verlinkt im selben Atemzug auf einen Text, in dem der Journalist immer wieder betont, dass das Nexus One eben kein iPhone-Killer ist.

Und da für viele die Affinität der iPhonebesitzer zu ihrem Smartphone absurd erscheint, wird sogar dem iPhonebesitzer das Stockholmsyndrom angedichtet.

Warum lassen sich Leute dazu verleiten?
Weil sie sich kein iPhone leisten können?
Weil sie Apple den extremen Erfolg des iPhones nicht gönnen?
Weil sie auf eine übermächtige Konkurrenz hoffen, die derzeit nicht gegeben ist?

Apple hat bis Dato einen enormen Vorsprung und dies wird, zum Teil mit Bedauern festzustellen, noch längere Zeit so bleiben.
Der intuitive Workflow des iPhones, insbesondere das Vergrößern mit zwei Fingern, ebenso wie das Verkleinern, unterliegt einem Patent das Apple hält. Apple wird einen Teufel tun und dieses Patent von Mitbewerbern lizenzieren lassen.

Das Nexus One von Google ist kein iPhonekiller.
Es wird auch keinen iPhonekiller geben, ebenso wie es keine Killerspiele gab und je geben wird. Es wird und es gibt Mitbewerber von Apple, die erstklassige Produkte auf den Markt bringen und — diese Feststellung müssen sich diese Mitbewerber gefallen lassen — sich von dem Workflow des iPhones inspirieren haben lassen.
Das Nexus One ist ein fantastisches Gerät, wie auch der Palm Pre, allerdings fehlt der Workflow des iPhones aus oben genanntem Grund.

Für viele ist das iPhone ein Statussymbol. Für Einige war das iPhone Statussymbol und nun wird von eben diesen Leuten gegen das iPhone gewettert.
Nicht weil das Smartphone schlecht ist, sondern weil der Massenmarkt erreicht ist und Hinz & Kunz ein solches iPhone besitzt. Die Atmosphäre, die das iPhone bei den early adopters verströmte, sie ist Vergangenheit. Das Alleinstellungsmerkmal „ich habe ein iPhone“ ist dahin und genau dieses Alleinstellungsmerkmal benötigen viele für ihr Ego.

Der Massenmarkt ist aber nur von Apple erreicht worden, weil man ein Gesamtpaket schnürte.
Und eben, weil die nicht technikaffine Oma Käte mit dem iPhone sogar dem Enkel in Kanada eine EMail zu schreiben versteht – während man z.B. bei Windows Mobile oftmals erst nach mehreren Fehlversuchen sauber mit seinem Mailserver eine Verbindung bekommt.
Oma Käte interessiert es nicht, ob MMS geht – sie weiss nichtmal was MMS ist.
Oma Käte interessiert es auch nicht, ob ihr Neffe das iPhone mit iTunes oder Winamp für sie syncronisiert.
Oma Käte freut sich einfach, daß das was sie mit ihren iPhone machen will, selbst in ihrem Café um die Ecke funktioniert und, letztendlich, steckt in jedem von uns eine Oma Käte.

Dass das iPhone nicht perfekt ist, leuchtet jedem iPhonenutzer früher oder später ein. Ich selbst vermisse meinen PocketInformant von Windows Mobile und meinem alten Symbian E61 Nokia.
Aber das iPhone macht genau das, was die eigentliche Masse wünscht:
Überall ins Netz, überall erreichbar, überall Zugang zu Informationen und das auf so einfache Art und Weise, daß selbst die paar, durchaus zum Teil unnötigen, Unzulänglichkeiten nicht mehr so ins Gewicht fallen.
Soviel ist sicher, Apple wird weitere Generationen des iPhones auf den Markt bringen, welche besser als die Vorgänger sein werden und vielleicht dann, genau diese Unzulänglichkeiten beseitigen.

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Hallo, mein Name ist Jeanot und bin der Urheber dieses Blogs. Ich schreibe über Themen die mich bewegen, oder aktuell interessieren. Sicherlich ergeben sich dabei Meinungen die nicht dem Mainstream entsprechen – aber auch nicht müssen. Als Programmierer befasse ich mich mit PHP und Java. Man könnte mich als Geek bezeichnen. Seit dem siebten Lebensjahr (geboren im Januar 1974 in Mainz) habe ich mit Computern und allem was dazugehört zu tun. Zwischenzeitlich lebe ich mit meiner Familie im Spessart.

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