Die Geister die ich rief…

Bild von dailyinvention (Flickr) unter CC-Lizenz

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Ich gebe zu, ich mag Markus Lanz nicht, habe mir schon überlegt, ob ich mich überhaupt zum Thema Markus Lanz äußern sollte, da ich durch meine Abneigung tendenziell eher gegen ihn schreiben werde, also keinen neutralen Blick auf die ganze Geschichte habe. Nun, ich habe trotzdem mal meine Gedanken zum Thema Lanz-Petition zusammengefasst.

Lassen wir also mal die Person Markus Lanz außen vor und beschäftigen uns mit der Sache selber, die da in Gang gekommen ist.

Ein Moderator liefert schlechte Arbeit ab und das Publikum buht ihn dafür digital aus. So weit so gut.

Natürlich bleiben 200.000 Buh-Rufe innerhalb weniger Tage nicht ungehört und die Presse stürzt sich auf das Thema. Zunächst natürlich sensationsheischend auf der Seite der Buh-Rufer. Dann aber scheint der gleichen Presse ein Licht aufzugehen. Nämlich, dass wenn sie selber schlechte  Arbeit abliefern, ihnen das gleiche Schicksal blühen könnte. Oh ha, das darf natürlich nicht passieren. Also wird in merkelhafter Art und Weise eine neue Weltmeisterschaft im zurückrudern ausgetragen. Der Spiegel findet auf einmal das Lanz Unrecht geschieht und fragt „Seit wann darf ein Journalist nicht mehr kritisch nachfragen?“ und stellt fest „…niemand ist gezwungen seine Sendung einzuschalten. Wem sie nicht gefällt, der kann zwischen zig anderen Fernsehkanälen wählen…“. Dutzende weitere Publikationen und Künstler stellen sich in der Folge ebenfalls hinter Lanz.

Doch ist es wirklich so, dass das einzige Recht der Meinungsäußerung die dem Zuschauer zugestanden wird, das Recht ist abzuschalten? Haben die Sender nicht in mühevoller Kleinarbeit versucht den Zuschauer  zum mitmachen zu bewegen? Sicherlich haben sich die Sender das anders vorgestellt und gehofft dass das Mitmachen ausschließlich dazu dient durch Zuschaueranrufe Geld zu verdienen und den Zuschauer durch Mitmachaktionen emotional an sich zu binden. Nur leider hat der Zuschauer nun auch den Weg entdeckt seine Meinung auch im Negativen zu äußern.  So lange dabei keine Beleidigungen fallen ist es durchaus legitim eine Meinung zu Lanz zu haben und wenn einem danach ist, diese auch Anderen mitzuteilen. Natürlich war es bequemer für die Fernsehmacher, als der Zuschauer die Möglichkeit der direkten Reaktion noch nicht hatte über Missstände oder Missverhalten hinweg zu sehen, aber wie gesagt, diese Zeit ist vorbei und wird nie wieder kehren. Auch nicht, wenn die Fernseh- und Zeitungsmacher noch so verzweifelt versuchen den schon lange nicht mehr vorhandenen Status Quo zu verteidigen. Wie gesagt: Die Geister die ich rief……

Eines immerhin haben die Zuschauer so gemacht wie der Spiegel es sich gewünscht hat. „Wetten Dass…?“ hatte gestern die schlechteste Quote in der Geschichte der Sendung.

Und den jenigen die nun noch den oft gehörten Ruf „der wichtigeren Probleme“ auf’s Tablett bringen. Keiner verbietet es denjenigen auch Petitionen zu schreiben, Meinungen zu äußern usw.

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