Der deutsche Michel und Facebook

Heute habe ich bei Facebook folgende Empfehlung lesen dürfen:

Aufgrund der neuen AGB’s in Facebook widerspreche ich
hiermit der kommerziellen Nutzung meiner persönlichen Daten (Texte, Fotos, persönliche Bilder, persönliche Daten) gemäß BDSG. Das Copyright meiner Profilbilder liegt ausschließlich bei mir. Die kommerzielle Nutzung bedarf meiner schriftlichen Zustimmung.

und bin vollkommen begeistert über die Dreistigkeit, die der deutsche Michel (der ursprüngliche Verfasser) sich nimmt.

Zum Einen, es gibt AGBs nicht – würde ja dann Allgemeine Geschäftsbedingungens heissen. Klingt nicht nur blöde und falsch, ist auch so!

Zum Anderen: In dem Moment, wo der dumme deutsche Michel seine Bilder/Texte zu Facebook hochläd, erlaubte er schon immer Facebook die Verwendung der Bilder/Texte. Facebook war schon immer ein Unternehmen, auch schon vor dem Börsengang und so wurden auch schon immer die Bilder/Texte kommerziell verwendet. Durch das Widersprechen, entzieht man nun Facebook das Recht, daß andere Leute die eigenen Bilder irgendwie verwenden (teilen, verlinken, etc.). Okay soweit, wäre auch durchaus legitim. Aber wieso denkt dann der deutsche Michel, dass sein Konto bei Facebook aktiv bleiben kann? Natürlich aktiv bleiben, mit dem Profilbild auf das der deutsche Michel ja sein Copyright Urheberrecht (wir sind ja deutsche Michels!:)) besitzt, das Bild, von dem man nun die Nutzungsrechte Facebook entziehen will. Facebook kann doch dann von dem deutschen Michel gar nichts mehr anderen Benutzern anzeigen, weil immer eine kommerzielle Verwendung stattfindet. Aber das verstehen die Leute dann nicht, genauso wie die Kosten, die ein einfacher Aufruf einer Webseite mit sich bringt.

Und ausserdem stelle ich mir die Frage: Warum hat der deutsche Michel, der sich hier so beschwert, nicht zuvor Gedanken darum gemacht? Und wieso denkt der deutsche Michel, daß Facebook KEIN Geld verdienen muss?! Weil Facebook aus der Leitung kostenlos kommt, geht es Facebook garantiert nicht auch so. Denn die müssen den Traffic bezahlen, die Platten, die Rechner, den Strom und die Programmierer…

Ach manche Deutsche, so dämlich, schon bei Streetview von Google haben sie mit ihrem Kleinbürgertum Deutschland Schaden zugefügt. Glaubt ihr nicht? Dann sagt das mal den Touristenhochburgen!

Nachtrag:
„Dumm ist der, der Dummes tut” sprach Forest Gump damals und ich sage: Dumm ist der, der glaubt, dass es rechtlich zu einem gültigen Widerspruch ausreicht diesen auf seiner dümmlichen Pinnwand von Facebook zu posten.
Anscheinend denkt der dumme deutsche Michel auch noch, dass ungefähr 1,5 Millionen Angestellte bei Facebook beschäftigt sind die nichts anderes machen, als die Pinnwände von 1 Milliarde Facebooknutzern nach Widersprüchen zu durchforsten.

Update:
Ganz neu und noch viel sinnloser, der Schwachsinn als Bild, mit vollkommen kaputter Interpunktion. Facebook bekommt ja nur 300 MILLIONEN Bilder pro Tag auf die Platten gespült:

Veröffentlicht von

Hallo, mein Name ist Jeanot und bin der Urheber dieses Blogs. Ich schreibe über Themen die mich bewegen, oder aktuell interessieren. Sicherlich ergeben sich dabei Meinungen die nicht dem Mainstream entsprechen – aber auch nicht müssen. Als Programmierer befasse ich mich mit PHP und Java. Man könnte mich als Geek bezeichnen. Seit dem siebten Lebensjahr (geboren im Januar 1974 in Mainz) habe ich mit Computern und allem was dazugehört zu tun. Zwischenzeitlich lebe ich mit meiner Familie im Spessart.

8 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Großartiger Beitrag, welcher es kurz und knapp auf den Punkt bringt. Das Zitat am Ende ist die Krönung. Herrlich, vielen Dank für den Denkanstoß in Richtung der „Verstandsverwendungsverweigerer“, von denen das Netz leider übersäht ist 😉

  2. Lustig ist auch der Hinweis aufs Bundesdatenschutzgesetz im Hoax-Text – das hat mit Urheberrechten gar nix zu tun. Wenn schon der „kommerziellen Verwendung von Texten und Bildern“ wegen „Copyright“ widersprochen werden will, wäre das KunstUrhG wohl besser für geeignet. Mal ganz ab davon, dass in Deutschland der Begriff „Copyright“ rechtlich keine Bedeutung hat und sich auch das Konzept des „Copyrights“ nicht 1:1 auf die Rechslage abbilden lässt.

    Vielleicht noch als Erläuterung zum Blogbeitrag: Den meisten meiner Bekannten, die den Text reingestellt haben, ging es nicht um die Nutzung der Inhalte durch Facebook selbst (das ist ihnen schon klar). Sie gingen davon aus, dass „kommerziell“ bedeute, dass Facebook die Inhalte – nicht nur wie gewohnt die daraus erzeugten Werbe-Profile – an weitere Firmen verkaufe. So nach dem Motto „… und dann erscheint mein Party-Bild in einer Bierwerbung????“

    • Ja, mir ist durchaus die Intention der Teilenden bewusst. Aber jedem Menschen, mit einem standardmässigem juristischen Verstädnis für FünfmarkundFünfzig sollte auch klar sein, daß man dann die erlaubten Verwendungszwecke, oder Verwendungsverbote (wie auch immer man das nun geschickt formulieren will) explizit benennen müsste. Aber da der Widerspruch aufgrund seines Status des „wurde nie an Facebook gesendet“ sowieso keine Rechtsgültigkeit besitzt, ist das eh Jacke wie Hose. Hinzukommend wäre das einfach nur kontraproduktiv, weil Facebook jedes Widersprechende Mitglied deaktiveren/löschen müsste. Na ja, wissen wir ja Beide – Menschen sind schon eine lustige Spezies:).

  3. Danke für diesen Text auch von mir. Eine kleine Anmerkung habe ich allerdings zu den AGB. Die Pluralformen von Abkürzungen werden nicht von den Wörtern bestimmt, für die sie stehen. Von daher ist AGBs zwar unschön, aber genauso korrekt wie GmbHs.

    • Ich habe Quatsch geredet. AGB ist ja bereits eine Pluralform und desewegen bleibt AGBs falsch. Bitte um Verzeihung .)

      • Hast aber dennoch Recht:).
        Auch wenn es sich bereits um einen Plural handelt, kann man die Abkürzung mit dem angeklebten S, welches aber nicht mit einem Apostrophen geschmückt sein darf, verschönern. Schaust Du mal hier

    • Danke für die Aufklärung. Man lernt nie aus. Allerdings ist „AGB’s“ wie es hier wiedermal zum Zuge kommt, vollkommen falsch. Der nette Apostroph, zu dem die Leute ja auch einen extremen Hang haben, ist hier fehl am Platz. Schliesslich wird nichts ausgelassen, sondern eher überflüssig hinzugefügt.

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