Der Applecheck – wenn Journalismus Klischees bedient

Der WDR recherchiert knallhart…
Kurz mal umreissen, was die Sendung „Der Apple Check” vom 04. Februar 2013 so an Erkenntnissen gebracht hat:

  • Apple ist böse, alle anderen sind gut, die Welt somit in Ordnung.
  • Appleprodukte sind den Euro nicht wert.
  • die Mitarbeiter bei den Zulieferern werden ausgebeutet bis aufs Mark.
  • die Zulieferer sind eigentlich Engel und würden gerne den Angestellten mehr als das Übertarifliche zahlen, aber das können sie nicht, weil Apple so böse ist.
  • wärend Samsung, HTC und alle anderen Hersteller den Schniedel in der Hose unten lassen, vermag es Apple – könnte man jedenfalls nach dem MRT annehmen – die Hose in ein Feuchtbiotop verwandeln zu können.
  • Samsung Galaxy Handys sind Alkoholiker, iPhone 3gs sind Antialkoholiker.
  • Die Qualität eines Smartphones hängt davon ab, wie gut ein Telefon tauchen kann.
  • die Telefonreparaturklitsche um die Ecke ist kompetent und vermag es Geräte zu reparieren.
  • Arbeitsbedingungen sind dann schlecht, wenn der Mitarbeiter stehen muss.
  • die Herstellung eines iPhones liegt bei irgendwas von 1xx Euro, Entwicklungskosten interessieren nicht die Bohne.

Alles zusammengenommen bleibt zu sagen:
Der WDR ist nicht besser als die privaten Sender und bedient hier die Klisches. Mir ist schon klar, dass ihr, lieber WDR, Apple nicht mögt. Google, Facebook aber auch nicht, schliesslich sind die alle Böse, kosten sie Euch doch Schafe, pardon, Zuschauer.

Wer die Qualität, Wertigkeit eines Gerätes daran misst, wie lange es der Bierdusche standhält, hat nicht mehr alle Latten am Zaun. Aber, diese Form der Prüfung ist die Lösung für vielerlei Grabenkämpfe, wenn man das zur ultimativen Wertung erhebt. Wir können zum Beispiel Digitalkameras in ein Säurebad werfen. Der Kamerabody, welcher am längsten überlebt, wird zum besseren gekürt; Bedienbarkeit, Sensorqualität, Auflösung tangieren nicht. Endlich Schluss mit der Frage ob man sich die Geräte von Nikon oder Canon antun sollte. Autos? Säurebad! Was lange da durchhält wird wohl auch am wenigsten Benzin verbrauchen und im Crashtest am besten abschneiden.

Es ist schon beschämend, dass auch hier wieder der Preis an den Bauteilen festgemacht wird. Da schüttelt man sich dann die Displaykosten usw. aus dem Ärmel und suggeriert dem Zuschauer, dass es böse sei, nicht zum Selbstkostenpreis die Waren zu verramschen. Während Samsung und Co. ihre Betriebssysteme für die Smartphones so ziemlich kostenlos von Google bekommen, muss Apple diese selbst herstellen (und das Design bei Samsung ist ja auch recht appleishy, oder?). Die ganzen Entwicklungskosten, Marketingkosten all die fliessen in dieses „Preis anhand der Bauteile“ einfach nicht ein und so kann man dieses Argument nur als Scheinargument für die dumme Zuschauermasse werten.

Lustig fand ich das „da müssen die Mitarbeiter stehen“ weil das in Deutschland auch oft der Fall ist. Und auch ich hatte mal das Vergnügen, weitaus länger als 12 Stunden am Stück fast täglich arbeiten zu dürfen.

Ach ja, Foxconn, laut Wikipedia gehören zu deren Kunden neben Apple: 
Acer, Amazon, Cisco, Dell, Hewlett-Packard, Intel, Microsoft, Motorola Mobility, Nintendo,
Nokia, Samsung Electronics, Sony, Toshiba, Vizio

Furzegal was am Ende in der Hosentasche landet, Hauptsache man hat seinen Spass an dem Ding!

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Hallo, mein Name ist Jeanot und bin der Urheber dieses Blogs. Ich schreibe über Themen die mich bewegen, oder aktuell interessieren. Sicherlich ergeben sich dabei Meinungen die nicht dem Mainstream entsprechen – aber auch nicht müssen. Als Programmierer befasse ich mich mit PHP und Java. Man könnte mich als Geek bezeichnen. Seit dem siebten Lebensjahr (geboren im Januar 1974 in Mainz) habe ich mit Computern und allem was dazugehört zu tun. Zwischenzeitlich lebe ich mit meiner Familie im Spessart.

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