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Halt die Schnauze, oder Dich ans Thema!

Seitdem „Wer kennt wen” die Segel gestrichen hat, wird es auf Facebook schlimmer. Jedenfalls ist dies mein subjektiver Eindruck.

Der „Wer kennt wen”-User von Einst hat WKW auch ein wenig den Untergang beschert. Das Niveau war tief angesiedelt (irgendwie passte WKW gut zu RTL :) ) und die Menschen haben primär mit unlustigen, kopierten ASCII-Bildchen kommuniziert.
Zum Geburtstag wurde die tolle Torte auf die Pinnwand kopiert, die optisch eher dem Erscheinungsbild eines Dickdarms entsprach und auf jeder fünften Pinnwand zu sehen war. Man hatte aber nicht nur Pinnwände beschmiert, auch Gruppen wurden geflutet mit kopierten Texten. Der WKWler musste kopieren, er war augenscheinlich nicht in der Lage ist ordentliche Texte zu verfassen und Kopieren ist schliesslich seit Guttenberg State of the Art. Der schöpferische Wert tendiert somit gen null und dadurch sind immer mehr Leute von WKW zu Facebook und Google+ abgewandert, das hat „Wer kennt wen” dann letztendlich das Genick gebrochen.

Jetzt sieht man vermehrt Postings in Gruppen von Facebook, die null mit dem eigentlichen Thema (in alten Zeiten sagte man Topic) zutun haben. Beispiele?
In einer Verkaufsgruppe mit 8.000 Mitgliedern fragt ein User, wie wohl die Lösung auf sein Bilderrätsel (4 Bilder, ein Wort) sei. Er bekommt Antwort, das nächste Bilderrätsel von ihm lässt nicht lange auf sich warten. Das wird 10 mal wiederholt und landet bei mindestens 100 Leuten auf dem Screen, weil Facebook sich dank der vielen Antworten denkt: „Das scheint doch wichtig zu sein, zeigen wir es auchmal den anderen!”.
Und warum das alles? Weil ein Mensch, der in der Schule mehr damit beschäftigt war sich mit dem Sitznachbarn zu unterhalten und mit dem Wortschatz eines Kindergartenkindes daherkommt, meint sich herausnehmen zu dürfen 8000 Leute mit seiner Frage belästigen zu können. Und das nur um ein Level bei einem Casualspiel auf seinem Smartphone weiterzukommen.

In einer anderen Verkaufsgruppe: Das Posting einer Tierliebhaberin über eine Frau, die sich 10 Stunden lang quälen lässt um gegen Tierversuche zu protestieren. Dass zum Teil Kinder die beigefügten Fotos sehen könnten, tangiert dann ebenso wenig wie das Thema der Gruppe. Aber wir haben unsere Message verbreitet, und dann zählt doch nur das! Ich kann es noch teilweise nachvollziehen warum man so etwas postet was einem wichtig ist, allerdings geht solches „Ich verbreite meine Meinung auf Teufel komm raus” auch nach hinten los. Da helfen dann auch nicht die anderen Tierschützer, die nach dem Essen des Schweineschnitzels von real.- für rund 4 Euro das Kilo, meinen lautstark Beistand leisten zu müssen.
„Man kann ja mal eine Ausnahme machen!” tönt es im Tenor.  Die Message ist ja so wichtig – so wichtig, dass sie jeder vernehmen muss.

Themen mit wichtiger Message, die einen Topic (also ein eigentliches Thema) außer Kraft setzen sind übrigens:  Dinge mit Tieren, Dinge vorallem mit/über Kinder, aber auch Gemecker über den Staat und die Regierung sind gern gesehen. Postings mit solchen Inhalten sind immer legitim – zumindest in den Köpfen der geistigen Unterschicht.

Das Posten von Beiträgen, die nicht dem Thema der Gruppe, respektive des Forums entsprechen, kann man in etwa mit dem Besprayen einer frisch gestrichenen Hauswand vergleichen. Der Sprayer sagt: “Nun sieht die Wand viel schöner aus!”, oder: “Hauptsache ich habe meine Message (Tag) verbreitet!”. Ziemlich asoziale und respektlose Einstellung, oder?
Nun mag man vielleicht sagen: „Die Wohnwand kostet ja Geld, das ist ja bei den falsch platzierten Themen nicht so.”, dem darf ich sagen: Doch!

Wir geben Milliarden dafür aus, unsere Zeit zu sparen. Jeder Computerbegeisterte bekam beim Wechsel von einer normalen Festplatte auf eine SSD-Festplatte ein dickes Strahlen in die Pupillen, weil er ein paar Sekunden weniger auf seinen Computer fortan warten musste. Wenn wir hier also Unmengen an Geld ausgeben um nicht zuviel Zeit zu verplempern, dann erzeugt falsch geposteter Dünnpfiff eben Kosten (Und das Sprichwort „Zeit ist Geld” kennt jeder von uns, oder?). Von den Kosten die das Versenden und Empfangen erzeugt wollen wir erst gar nicht reden.

Aber das ist noch nicht alles, durch das Posten von themenfremden Beiträgen verwässert nach und nach ein Forum, bzw. eine Gruppe. Es werden vermehrt Postings verfasst, die nicht dem Thema entsprechen, weil „wenn der das darf!”, oder „die machen ja eh nichts!” gedacht wird. Letztendlich sagen sich dann Leute, die wertvolle Beiträge lieferten, dass es nichts bringt und wenden sich ab, was dann zu weiteren Content führt, der nichtmal in einem Wartezimmer von einer 80 Jährigen Patientin gelesen würde, die nur den Arzt besucht um nicht der Langweile ausgesetzt zu sein.

Eigentlich wäre alles so einfach, wenn man die nachfolgenden Punkte beherzigen würde:

  • Bevor man postet, passt das Thema eigentlich in das gewählte Forum, bzw. die gewählte Gruppe? Oder bespraye ich am Ende mit meinem Beitrag, so zusagen eine Hauswand?
  • Ist mein Posting eigentlich wirklich nötig? Oder könnte ich, wenn ich eine Frage habe, das auch per Google innerhalb von 30 Sekunden selbst rausfinden?
  • Entspricht das, was ich da poste überhaupt den Tatsachen? Teile ich etwas, was ich noch gar nicht ausreichend geprüft habe ob es stimmt?
  • Kann ich zu dem, was ich da von mir lasse, auch wirklich stehen? Kann ich in einem halben Jahr, in einem Jahr, in fünf Jahren noch sagen: „Das hab ich gesagt!”, oder muss ich das, wenn ich Kritik bekomme, wieder löschen?

Wir leben im so genannten Informationszeitalter, wir müssen Informationen zwangsläufig filtern (ausser es interessiert uns nicht was wir konsumieren). Wer sich z.B. den Spiegel, den Stern kauft, erwartet dort auch keine 50 Seiten Kochrezepte und 5 Seiten Themen, die zum eigentlichen Magazin passen. Und wenn, wird man danach das Magazin nicht mehr kaufen.

Daher bitte eines vor Augen halten: Ein wenig Denken hat noch niemandem geschadet…

Die schlechte Kinderstube des Markus Lanz

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Markus Lanz hier, Markus Lanz da – langsam mag man es nicht mehr hören. Aber, man muss sagen, es muss sich mit dem Thema beschäftigt werden.
Ich finde es bezeichnend für die Branche (bestehend aus Print- und Fernsehmedien), dass sie an allen Ecken inzwischen die Petition gegen Herrn Lanz verteufelt. Dieter Nuhr z.B. spricht von „Returntastendrückerrevolutionäre“. Nicht verwunderlich, schließlich ist er ja auch ein Kind des Fernsehens. Andere wiederum reden von Hexenjagd, von digitaler Lynchjustiz.

Durch diese Onlinepetitionen allerdings, auch wenn sie von manchen verhasst sind, finden Normalsterbliche ein Sprachrohr. Und ja, durch Onlinepetitionen ist einiges erreicht worden.


Entgegen der Meinung des ZDF ist dieser Fauxpas von Herrn Lanz kein einmaliger Ausrutscher, sondern zeigt kontinuierlich dessen schlechte Kinderstube. Auch bei dem Interview mit Serdar Somuncu glänzte Lanz mit inkompetenten Meinungen und extremen Halbwahrheiten. Nicht zu wissen ist eigentlich nichts Schlimmes, auf seiner Unwissenheit zu beharren und Wissende dann mit Unwissen zu verbessern allerdings…

Einfach umschalten? Nachdem wir ja die Gebührenreform haben, jeder Haushalt das Gehalt von Herrn Lanz somit zahlt, ist es mit einem Umschalten nicht getan.

Die Geister die ich rief…

Bild von dailyinvention (Flickr) unter CC-Lizenz
Bild von dailyinvention (Flickr) unter CC-Lizenz

Ich gebe zu, ich mag Markus Lanz nicht, habe mir schon überlegt, ob ich mich überhaupt zum Thema Markus Lanz äußern sollte, da ich durch meine Abneigung tendenziell eher gegen ihn schreiben werde, also keinen neutralen Blick auf die ganze Geschichte habe. Nun, ich habe trotzdem mal meine Gedanken zum Thema Lanz-Petition zusammengefasst.

Lassen wir also mal die Person Markus Lanz außen vor und beschäftigen uns mit der Sache selber, die da in Gang gekommen ist.

Ein Moderator liefert schlechte Arbeit ab und das Publikum buht ihn dafür digital aus. So weit so gut.

Natürlich bleiben 200.000 Buh-Rufe innerhalb weniger Tage nicht ungehört und die Presse stürzt sich auf das Thema. Zunächst natürlich sensationsheischend auf der Seite der Buh-Rufer. Dann aber scheint der gleichen Presse ein Licht aufzugehen. Nämlich, dass wenn sie selber schlechte  Arbeit abliefern, ihnen das gleiche Schicksal blühen könnte. Oh ha, das darf natürlich nicht passieren. Also wird in merkelhafter Art und Weise eine neue Weltmeisterschaft im zurückrudern ausgetragen. Der Spiegel findet auf einmal das Lanz Unrecht geschieht und fragt „Seit wann darf ein Journalist nicht mehr kritisch nachfragen?“ und stellt fest „…niemand ist gezwungen seine Sendung einzuschalten. Wem sie nicht gefällt, der kann zwischen zig anderen Fernsehkanälen wählen…“. Dutzende weitere Publikationen und Künstler stellen sich in der Folge ebenfalls hinter Lanz.

Doch ist es wirklich so, dass das einzige Recht der Meinungsäußerung die dem Zuschauer zugestanden wird, das Recht ist abzuschalten? Haben die Sender nicht in mühevoller Kleinarbeit versucht den Zuschauer  zum mitmachen zu bewegen? Sicherlich haben sich die Sender das anders vorgestellt und gehofft dass das Mitmachen ausschließlich dazu dient durch Zuschaueranrufe Geld zu verdienen und den Zuschauer durch Mitmachaktionen emotional an sich zu binden. Nur leider hat der Zuschauer nun auch den Weg entdeckt seine Meinung auch im Negativen zu äußern.  So lange dabei keine Beleidigungen fallen ist es durchaus legitim eine Meinung zu Lanz zu haben und wenn einem danach ist, diese auch Anderen mitzuteilen. Natürlich war es bequemer für die Fernsehmacher, als der Zuschauer die Möglichkeit der direkten Reaktion noch nicht hatte über Missstände oder Missverhalten hinweg zu sehen, aber wie gesagt, diese Zeit ist vorbei und wird nie wieder kehren. Auch nicht, wenn die Fernseh- und Zeitungsmacher noch so verzweifelt versuchen den schon lange nicht mehr vorhandenen Status Quo zu verteidigen. Wie gesagt: Die Geister die ich rief……

Eines immerhin haben die Zuschauer so gemacht wie der Spiegel es sich gewünscht hat. “Wetten Dass…?” hatte gestern die schlechteste Quote in der Geschichte der Sendung.

Und den jenigen die nun noch den oft gehörten Ruf “der wichtigeren Probleme” auf’s Tablett bringen. Keiner verbietet es denjenigen auch Petitionen zu schreiben, Meinungen zu äußern usw.

Die gesellschaftliche Hypersensibilisierung – oder: „Ich will mich aber beleidigt fühlen!“

FlenneWiedermal fühlte sich jemand zu unrecht beleidigt? Einfach mal zum denken anregen und den Beitrag verlinken! Danke!

„Du hast mich beleidigt, Papa!“, tönt mir meine Tochter entgegen. „Beleidigt?“, frage ich mich. Beleidigt weil ich sie kritisierte, weil ich sie tadelte wegen ihrem Verhalten? Und dann schießt es mir wiedermal durch den Kopf, die bittere Erkenntnis: Leute fühlen sich heutzutage sehr schnell beleidigt. Sie fühlen sich beleidigt, auch wenn sie es gar nicht wurden. Ist da ein innerer Wunsch, beleidigt werden wollen? Man wird dann schliesslich wahrgenommen. Herrscht hier also ein Mangel an Präsenz, an Akzeptanz?

Ein Freund von mir fährt in einem öffentlichen Bus zu seiner Arbeitsstätte. Er zeigt sich mit dem Verhalten der Busfahrerin, die ein Kind am Arm zerrt und anschreit nicht einverstanden. Er sagt in einem erschreckend ruhigem Ton: „Ich finde es nicht richtig, daß sie das Kind am Arm reißen und anschreien!“.

Die Busfahrerin verweist ihn des Busses, weil sie seinen – so wörtlich – „arroganten Ton“ beleidigend findet. Es wird subjektiv eine Kommunikation als arrogant empfunden und das ist beleidigend? Ich persönlich nenne das Vorgehen von meinem Freund „Courage“ die vielen Leuten fehlt. Auch wenn die anderen Fahrgäste hier der Busfahrerin zur Seite stehen macht das keinen Unterschied. Das Fussvolk, in Form der anderen Fahrgäste, hält natürlich zu seinem Führer, verkörpert hier durch die Busfahrerin. Klar – zu Fuss will man nicht gehen, Anflüge von Courage werden im Keim erstickt. Die Gefahr ist zu groß ebenfalls dem Bus verwiesen zu werden. Die Busfahrt ist auch schon bezahlt. Hach, ein wahres Dilemma!

Laut dem StGB im §185 droht meinem Freund eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe. Weil eine Busfahrerin den Ton von ihm als arrogant empfindet? Das kann doch wohl nicht sein, oder? Was stimmt nun nicht? Das Gesetz, welches den arroganten Ton, dieser unheimlich beleidigende, zu hart bestraft, oder die Definition der Busfahrerin zum Wort „Beleidigung“?

Ganz einfach – es ist Letzteres und leider ist die Dame hinter dem Steuer des Busses in großer, aber nicht guter Gesellschaft. In der heutigen Generation wird Kritik, das Aufzeigen von Fehler als Beleidigung angesehen. Beleidigungen sind zwischenzeitlich in die Umgangssprache eingeflossen und werden nicht mehr als Beleidigungen angesehen. Die Korrektur eines Diktates, welche mit vielen roten Strichen dem Schüler vor den Latz geknallt wird, sie wird als Beleidigung empfunden! Schliesslich wird hier die eigene Schwäche, das eventuelle eigene Fehlverhalten, welches man sich aber nicht eingestehen will, aufgezeigt. Und so wird das korrigierte Diktat dann kommentiert: „Boh, der Huso! Alter, der Wichser hat sie doch nicht mehr Alle! So viele Fehler hab isch nie im Leben, Alder! Der beleidigt mich!“.

Durch Fehler lernt man. Bekommt man seine Fehler nicht aufgezeigt, lernt man nichts.

Wäre es nicht schade, wenn die Leute sich sich nicht mehr trauen Fehler anzusprechen? So wäre es dann nicht mehr möglich aus seinen Fehlern zu lernen.

Es sind vor Allem die niedrigen Bildungsschichten, die sich häufig zu Unrecht beleidigt fühlen. Oftmals wird dann zur Gewalt gegriffen um den Disput zu klären. In dieser Disziplin, einem mal ordentlich „auf’s Maul zu hauen“ kennt man sich aus, ist auch schneller vollzogen, als mal an sich zu arbeiten. Dies verwundert aber auch nicht, immerhin hat man sich nie etwas sagen lassen. Man ist so zusagen fehlerfrei! Und wenn man Fehler macht, dann in unwichtigen Sachen, wie z.B. der Orthografie. Hauptsache man versteht was man will und wenn man es der Gegenüber nicht versteht, ist er dumm, oder will einem – wer hätte es gedacht? – beleidigen.

Hier hat man dann eben eine Schwäche, die Lese- Rechtschreibschwäche, die sich elegant vorschieben lässt und von anderen Faulsäcken verteidigt und akzeptiert wird. Man leidet zwar nicht daran, aber es ist einfach angenehmer als sich darum zu bemühen korrekt zu schreiben. Und ich bin mir sicher, an dieser Stelle fühlen sich wieder welche ertappt und sagen: „Der beleidigt mich!“.

Die heutige Generation scheint an vielen Stellen sich einfach beleidigt fühlen zu wollen. So wie damals im Film Matrix davon die Rede war, dass Menschen in einer perfekten, heilvollen Welt, so zusagen dem Paradies, nicht leben können, sondern das Negative zum leben brauchen.

Den Artikel wollte ich schon seit über einem Jahr zu Papier, pardon, zur Tastatur bringen. Damals fühlte sich jemand von mir in einer Gruppe beleidigt, weil ich einen „:-P“ Smiley benutze. Aber es kam und kommt jeden Tag neues Material zu dieser Thematik auf den Tisch und immer auffälliger wird dieses Leiden. Es Leiden viele an dieser Hypersensibilisierung, diesen Wunsch sich beleidigt zu fühlen und normalerweise müssten viel mehr den Freitod wählen weil sie bis aufs Mark beleidigt wurden. Jedenfalls sprechen sie von dieser extremen Beleidigung, weil sie zu dumm dafür sind, zu dumm dafür, die korrekte Definition einer Beleidigung zu verstehen. Oder steht inzwischen Kritik direkt unter der Definition zur Beleidigung und das von Dschungelcamp überanstrengte Hirn verrutscht einfach nur in der Zeile?

Meine Tochter hat es durch ihre Mitschüler beigebracht bekommen sich an der falschen Stelle beleidigt zu fühlen. Das bekommen wir noch aus ihr raus.

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1Password von AgileBits – bald für den Androiden

Na, wer erinnert sich noch an die damalige Schneider EuroPC-Werbung? Vor einer Schulklasse stellte sich der Lehrer auf und tönte: „Und was ist aus den anderen Computern geworden?” und die Schüler zuckten mit den Schultern. Was ist eigentlich aus dem EuroPC geworden? Er wurde eingestampft. Und aus Schneider? Ich zucke mal kurz mit den Schultern.

Damals beweihräucherte Schneider seinen eigenen Rechner, er sollte das NonPlusUltra sein. Heute beweihräuchere ich mal 1Password von AgileBits, zu dem ich vorhin die Einladung zum Testen der Betaversion bekommen habe. Die Beta für die Androidversion wohlgemerkt, auf iOS gibt es das Programm ja schon mehrere Jahre und ist dort sehr beliebt. Was das mit dem Schneider EuroPC zutun hat? 1Password ist ein tolles Programm, für mich das NonPlusUltra, so sehr, dass eigentlich alle anderen Passwortmanager einpacken können. Das Programm läuft auf Windows, Mac OSX, iOS und nun auch auf Android. Man hat somit alle wichtigen Geräte abgedeckt. Darauf habe ich schon lange gewartet und immer wieder habe ich mich vor KeePass erfolgreich gedrückt, doch das wäre nicht mehr lange gut gegangen.

passwoerterPasswörter haben wir on Mass. Von uns selbst, von der Liebsten, von Kunden, von Bekannten und zu unterschiedlichen Dingen. Sei es die Kreditkarte, die Softwarelizenz mit ihrem kryptischem Schlüssel, oder der Login auf irgendeiner Webseite. Und genau hier, bei dem Login, spielt 1Password seine Vorzüge aus, denn hier loggt man sich durch einen einfachen Klick in die Webseite ein – mit einem Passwort, welches man sich merken kann.

Schluss mit Passwörtern die einfach sind, einfach, kurz und mehrfach auf Webseiten verwendet. Da braucht man sich dann nicht zu wundern, wenn irgendwelche PayPal-Konten am Ende geplündert sind.

Übrigens, durch Synchronisation sind die Passwortbestände dann auf allen Devices gleich.

1Password wird auf jeden Fall, nach der Beta von mir für den Androiden gekauft werden. Zu gut ist der OS X-Client der schon lange auf meinem System arbeitet.

Die “political Correctness”

Beginnen wir diesen Artikel mit einem Bekenntnis, ich bin ohne ein solches, also ohne Bekenntnis. Ich glaube an mich, nicht an die katholische Kirche, nicht an die evangelische Kirche und auch nicht an irgendwelche Ismen. Ich glaube alleine an mich und damit bin ich auch ziemlich ausgelastet – schliesslich habe ich in den letzten Jahren einige Kilos zugenommen.

In diesem unserem Lande, so wie Helmut Kohl damals immer zum Besten gab, bekommen wir oft recht harte Klötze vor die Augen geworfen.
Da wird verdenglischt (also eine Form von Deutsch und Englisch gemischt) und da werden neue Wortkreationen aus den Tasten gehauen („verdenglisch” ist eine davon:)) die einem die Augen bluten lassen. Recht angesagt momentan, neben dem ständigen Einsatz von irgendwelchen englischen Worten die gar nicht in den Satz fitten, ist das Verändern von jahrhundertealten Bezeichnungen. Da wird frisch, fromm, fröhlich verformt, um irgendwelchen Personengruppen nicht zu nahe zutreten, denen diese Bezeichnung in etwa die Distanz zwischen unserer Erde und Beteigeuze am Arsch vorbeigeht.

Entgegen der – so hoffe ich zumindest – eigentlichen Intention, nämlich die Personengruppen zu schützen, eine höhere Akzeptanz für die Feste anderer Religionen und Völker zu schaffen, ergiessen sich ölfeldergrosse Massen an eben diesem schwarzen Goldes auf den erhitzten Gemütern der Deutschen. Die Deutschen gehen plötzlich am Stammtisch und auf Facebook auf die Barrikaden weil sie die heiligen Feste in Gefahr sehen. Oftmals liegt der Protestschrei auch nur im Unvermögen begründet Artikel von vorne bis hinten zu lesen und zu verstehen.

Vielleicht sollten die Verantwortlichen die sich an den Namensänderungen betätigen eher um sinnvollere Dinge kümmern. Die Leute sollten einfach akzeptieren, dass der Berliner ein Berliner und Krapfen ist, die Zigeunersosse eine Zigeunersosse und die Fleischwurst eine Fleischwurst und keine Wurst mit Fleischmigrationshintergrund. Hinzukommend, sind wir ehrlich, klingt Sonne-Mond-und-Sterne-Fest nicht wahrlich so, als würde es aus dem Munde eines Grenzdebilen stammen?

Übrigens – diese Änderungen entstammen nicht aus dem Munde von irgendwelchen Ausländern, sondern aus den Mündern von übersensibilsierten Deutschen, die es möglichst jedem Recht machen wollen und dadurch mehr falsch als richtig machen. (Die Kindertagesstätte Leimenkaut im Taunus hat unseren ausländischen Mitbürgern mit ihrer Aversion gegen St. Martin und der Umbenennung in Sonne-Mond-und-Sterne-Fest wahrlich keinen Gefallen getan. Wie sich rausgestellt hat, war es ja nur eine Zeitungsente und die Umbenenner des Festes waren dann Eltern. Da haben sich dann auch gleich mehrere Zeitungen eingefunden, voneinander mehr oder weniger abzuschreiben – bedauerlicher Journalismus heute.)

Leute, seid einfach so tolerant wie ich, schliesslich sind wir alle Zweibeiner und das gefährlichste Säugetier der Welt.

Der Applecheck – wenn Journalismus Klischees bedient

Der WDR recherchiert knallhart…
Kurz mal umreissen, was die Sendung „Der Apple Check” vom 04. Februar 2013 so an Erkenntnissen gebracht hat:

  • Apple ist böse, alle anderen sind gut, die Welt somit in Ordnung.
  • Appleprodukte sind den Euro nicht wert.
  • die Mitarbeiter bei den Zulieferern werden ausgebeutet bis aufs Mark.
  • die Zulieferer sind eigentlich Engel und würden gerne den Angestellten mehr als das Übertarifliche zahlen, aber das können sie nicht, weil Apple so böse ist.
  • wärend Samsung, HTC und alle anderen Hersteller den Schniedel in der Hose unten lassen, vermag es Apple – könnte man jedenfalls nach dem MRT annehmen – die Hose in ein Feuchtbiotop verwandeln zu können.
  • Samsung Galaxy Handys sind Alkoholiker, iPhone 3gs sind Antialkoholiker.
  • Die Qualität eines Smartphones hängt davon ab, wie gut ein Telefon tauchen kann.
  • die Telefonreparaturklitsche um die Ecke ist kompetent und vermag es Geräte zu reparieren.
  • Arbeitsbedingungen sind dann schlecht, wenn der Mitarbeiter stehen muss.
  • die Herstellung eines iPhones liegt bei irgendwas von 1xx Euro, Entwicklungskosten interessieren nicht die Bohne.

Alles zusammengenommen bleibt zu sagen:
Der WDR ist nicht besser als die privaten Sender und bedient hier die Klisches. Mir ist schon klar, dass ihr, lieber WDR, Apple nicht mögt. Google, Facebook aber auch nicht, schliesslich sind die alle Böse, kosten sie Euch doch Schafe, pardon, Zuschauer.

Wer die Qualität, Wertigkeit eines Gerätes daran misst, wie lange es der Bierdusche standhält, hat nicht mehr alle Latten am Zaun. Aber, diese Form der Prüfung ist die Lösung für vielerlei Grabenkämpfe, wenn man das zur ultimativen Wertung erhebt. Wir können zum Beispiel Digitalkameras in ein Säurebad werfen. Der Kamerabody, welcher am längsten überlebt, wird zum besseren gekürt; Bedienbarkeit, Sensorqualität, Auflösung tangieren nicht. Endlich Schluss mit der Frage ob man sich die Geräte von Nikon oder Canon antun sollte. Autos? Säurebad! Was lange da durchhält wird wohl auch am wenigsten Benzin verbrauchen und im Crashtest am besten abschneiden.

Es ist schon beschämend, dass auch hier wieder der Preis an den Bauteilen festgemacht wird. Da schüttelt man sich dann die Displaykosten usw. aus dem Ärmel und suggeriert dem Zuschauer, dass es böse sei, nicht zum Selbstkostenpreis die Waren zu verramschen. Während Samsung und Co. ihre Betriebssysteme für die Smartphones so ziemlich kostenlos von Google bekommen, muss Apple diese selbst herstellen (und das Design bei Samsung ist ja auch recht appleishy, oder?). Die ganzen Entwicklungskosten, Marketingkosten all die fliessen in dieses “Preis anhand der Bauteile” einfach nicht ein und so kann man dieses Argument nur als Scheinargument für die dumme Zuschauermasse werten.

Lustig fand ich das “da müssen die Mitarbeiter stehen” weil das in Deutschland auch oft der Fall ist. Und auch ich hatte mal das Vergnügen, weitaus länger als 12 Stunden am Stück fast täglich arbeiten zu dürfen.

Ach ja, Foxconn, laut Wikipedia gehören zu deren Kunden neben Apple: 
Acer, Amazon, Cisco, Dell, Hewlett-Packard, Intel, Microsoft, Motorola Mobility, Nintendo,
Nokia, Samsung Electronics, Sony, Toshiba, Vizio

Furzegal was am Ende in der Hosentasche landet, Hauptsache man hat seinen Spass an dem Ding!

Wie man sich die Welt, durch das Krümmen des Universums, ändert…

Es ist schon interessant, welche Auffassung so mancher Mensch hat.
Jemand schreibt in einer Facebookgruppe, das ihm ein gewisses Bild gefällt, er bedankt sich dafür. Der Urheber fragt, was denn so toll daran sei. Die Tristess würde so gut rüberkommen. Sicher, man kann geteilter Meinung darüber sein, ob so eine besprayte Haltestelle dem eigenen Gusto entspricht. Dass der Dankende einen Tag vorher mit seiner diskussionswürdigen Haltung gegenüber anderer Leute Eigentum aufgefallen ist, tut nun nicht viel zur Sache um das nachfolgende neutral zu betrachten.

Interessant wird nämlich nun die Reaktion des Urhebers des Bildes:
“Ich bin in einem Alter, da darf ich mir die Leute, mit denen ich kommuniziere, aussuchen.”, tönt es. Darf man das? Was hat das Alter damit zutun? In einer öffentlichen Gruppe, in der jeder mitschreiben kann? Gut, wenn man Administrator mit diktatorischem Hintergrund ist und einfach die Mundtod macht, die einem nicht gefallen, dann kann man sich das aussuchen, aber da tangiert das Alter nicht.

Hinzukommend kommuniziert man ja auch dann, wenn sich kein Dialog, sondern ein Monolog ergibt – der eine sendet und sendet und der Empfänger empfängt und empfängt, in dieser Haltung wird dann verharrt. Ausser, man blockiert die Leute und wie ich weiss, hat der Urheber des Bildes eine riesige Blockliste mit der man sich die Welt so krümmt, wie man sie sich wünscht. Man kennt das ja auch bei Pferden – Scheuklappen.

Also nehme ich in Zukunft meine eigene Person so wichtig, dass ich mir die Welt nach meinen Wünschen krümme.
Erstmal die Welt, ich fange klein an und steigere mich irgendwann auf das Universum.

Jetzt aber mal flott Apple!

An vielen Stellen kann man zwischenzeitlich vom angestaubten iOS lesen. Man liest von Apple-Devices die Innovationen vermissen lassen. Teilweise muss man schlicht und einfach sagen: „Ja! Richtig, da staubt es! Es kommt Langweile auf.”

Da stellt sich Apple hin und verhindert das jailbreaken der Devices, obwohl grade dieses Jailbreaken mitunter das iPhone, iPad erst zu einem ordentlichen Gerät macht. Einem Gerät, mit dem man nicht den Anschluss zur Konkurrenz verliert. Schaut man sich das Samsung Galaxy Note II oder das Nexus4 an, erkennt man so manches Goodie welches iPhone und iPad fehlt.

Apple würde gut daran tun, grade hier viel Arbeitskraft zu investieren um den Anschluss nicht zu verlieren. Denn auf den Lorbeeren ausruhen würde unweigerlich eher früher als später Apple zu dem werden lassen, was Nokia heute ist – ein Unternehmen welches neidisch den anderen zuschauen darf, wie diese den Rahm abschöpfen.

iOS benötigt z.B. jetzt Widgets auf dem Homescreen. Nicht via Jailbreak, sondern out of the Box. Solche Spielereien wie das Passbook kann sich Apple meines Erachtens vorerst schenken. Wie man das nun am geschicktesten realisiert, ohne das die Widgets dem Gerät die Batterie aussaugen sei Apple überlassen.

Ich hatte mich so gefreut…

Ja, ich freute mich. Es war eine unheimliche Vorfreude, aber dank dem deutschen Michel blieb es dabei – Vorfreude. Ich freute mich wie ein kleines Kind auf Weihnachten als Google für Deutschland Streetview ankündigte.

Freudig vernahm ich den Opel Astra, welcher mit seinem großen Aufbau auf dem Dach neben mir auf der B469 fuhr.

Bald, so dachte ich, wird man unsere Umgebung, ja vielleicht sogar das ganze Land virtuell bereisen können. Sollte mich das Heimweh packen, könnte ich mich virtuell in Millisekunden zu meinem Geburtsort nach Mainz beamen. Kosten, fast null und der eventuell aufkeimende Durst nach Heimat wäre gestillt ohne auch nur ein Gramm Kohlenmonoxid in die Umwelt durch einen Auspuff geblasen zu haben.

Aus meiner Vorstellung wurde leider nichts. Es sollte bei schnöder Vorfreude bleiben, denn der deutsche Michel bombardierte Google mit Widersprüchen. Widersprüche sind des dummen Michels heimliche Leidenschaft, kann das sein?

Nun, der ein oder andere Widerspruch war durchaus nachvollziehbar. Zum Beispiel konnte man manchmal in Wohnungen der Leute schauen, was nun wirklich nicht sein muss. Die meisten Widersprüche resultierten aber aus künstlich geschürten Ängsten. Geschürt in den heiligen Hallen gewisser Konzerne in Deutschland, die einen unheimlichen Hass auf Google, Facebook, Apple und Co. haben.

Abonenntenzahlen sinken, Zuschauer schwinden und der große Gewinner: Das Internet und mit diesem die Firmen, die hinter dem bösen, alles verändernden Internet stehen.
Natürlich haben die alten Medienkonzerne sich auch auf das Internet gestürzt. Dort den ein oder anderen Euro verdient, aber eben auch in den Sand gesetzt. Dennoch der Gewinn ist nie in diesem extremen Maß, wie sich der Vorstand dies wünscht – wie z.B. aktuell bei einem großen Unternehmen in Deutschland, was Rekordgewinne fuhr und dennoch Einsparungen vornehmen will.

Aber nochmal zum Widerspruch zur Veröffentlichung der eigenen Hauswand auf Streetview:
Werden die Häuser nicht durch den “Die Sims”-Verpixelungskrempel viel interessanter?
Dieser Nebel, dieses Unkenntlichmachen… da ist doch sicherlich, so keimt der Gedanke auf, ein Schatz versteckt?!

Wie groß war die Schmach, als genau diese verpixelte Häuser dann bei dem Googledienst Picasa noch deutlicher zur Schau gestellt wurden.

Wäre es nicht schön gewesen, die erste Begutachtung des in Erwägung gezogenen neuen Domizils – weil man einen Arbeitsplatz in einer anderen Stadt angenommen hat, schließlich sind wir ja so global – online, von zu Hause vorzunehmen? Wenn man dann noch erkennt, dass das als modern angepriesene Gebäude in Wirklichkeit ein ekelhafter Betonblock ist, welcher den eigenen Erwartungen so gar nicht entspricht, freut man sich nicht am gesparten Benzin, der gesparten Zeit?

Oder der Kollege, der erzählt, dass das beste Restaurant bei XYZ um die Ecke ist? Wie schön wäre das gewesen – kurz vor den Rechner gepflanzt, Streetview gestartet, den Weg virtuell auf dem Rechner verfolgt. Merke: Die Spezies Mensch ist eher visuell und kann sich Wege, die sie visuell vernommen hat viel besser merken.

Urlaub in Deutschland wäre auch so ein Ding gewesen. Die Leute hätten sich ihr eventuelles Urlaubsziel online angesehen, direkt gebucht… na ja, können sie ja jetzt in Ländern machen, in denen der deutsche Michel nicht umherstolziert und mit irgendwelchen Gesetzestexten winkt, die dem IstZustand der heutigen Informationsgesellschaft einfach nicht mehr entsprechen.

Ja, der Schaden, welcher der deutsche Michel hier angerichtet hat ist größer als man glaubt und anfangs vermutet. Hier ging es um indirekte Arbeitsplätze, hier geht es um Ansehen in der Welt welches den Deutschen darstellt als hätte man es hier mit verkniffenen Korintenkacker zutun.

Ich jedenfalls habe mich auf Streetview gefreut und wäre durch viele Landstriche gezogen, hätte sogar eine kleine Tour im Voraus – der Harz ist ja recht reizvoll – online geplant und mir die Highlights dann in der Realität angesehen. DANKE MICHEL!

(Bildmaterial unter CC-Lizenz von Editor64 Jürgen Pohl)